Wechselbad der Gefühle

Wechselbad der Gefühle

02/01/2017

Weihnachten, Jahreswechsel, besinnliche Tage, Tage zum Nachdenken, Tage für Rückblicke. Im Sport in unseren Gefilden bedeutet dies allerdings eine Halbjahresbilanz, denn die Meisterschaften sind in der Winterpause, die Entscheidungen über Titel, Aufstieg und Abstieg fallen im Frühling, im Frühsommer.

Durch ein Wechselbad der Gefühle ging es in der Fußball-Oberliga für den TuS Ennepetal. Starke Vorbereitung, starker Start. Der stärkste in den fünf Jahren Zugehörigkeit zur Beletage Westfalens. Doch dann kam der September. 2:1-Sieg gegen Hamm, 1:1-Unentschieden in Rheine. Eigentlich keine schlechten Ergebnisse. Aber: Beide Male soll der brasilianische Ennepetaler Renan Teixeira nicht spielberechtigt gewesen sein. Soll! Unmut, Unverständnis (Thomas Riedel, Sportlicher Leiter am Bremenplatz, stöhnte: „So etwas habe ich über drei Jahrzehnten Fußball nicht erlebt.“); auch in der Liga ob der skandalösen Vorgänge. Denn den Klutertstädter wurde attestiert, keinen Fehler gemacht zu haben. Der Fehler liege bei der Passstelle. Nun mussten und müssen Fragen um Spielberechtigung und Fristen geklärt werden. So schnell, wenn möglich. Denn das Damoklesschwert des Punktabzuges schwebte über dem Bremenstadion. Der Zwischenstand im Oktober: Fehlerlos sollte dem TuS Ennepetal das 1:1 in Rheine als Niederlage gewertet, sollte das Spiel mit dem 2:1-Sieg gegen Hamm wiederholt werden. Eine Entscheidung gibt es immer noch nicht. Zwar hat der FLVW den 2:1-Sieg bestätigt, doch die Hammer Spvgg erwägt rechtliche Schritte. Überdies steht noch eine mündliche Verhandlung über das 1:1 in Rheine aus.

Und sonst? Der TuS Ennepetal hat trotz der Verunsicherungen wieder in die Spur gefunden, spielt verbesserten Fußball, ist erfolgreich. Klar, der elfte Platz ist kein Ruhepolster, was den Ligaerhalt angeht. Doch bleiben die Leistung konstant, wird Ennepetal ins sechste Oberliga-Jahr gehen.

 

Heinz-G. Lützenberger: Schwelm, Ennepetal und Gevelsberg auf Kurs (waz.de)